Über das Erinnern
Gedächtnisforscher haben inzwischen herausgefunden, dass es möglich ist, bewusst zu vergessen. Wir müssen einen Gedanken nur oft genug unterdrücken. Das klingt absurd, aber Immanuel Kant hat es uns vorgemacht, als er seinen langjährigen Diener, Martin Lampe, schweren Herzens entlassen musste. Der Name Lampe muß nun völlig vergessen werden! schrieb Kant sich zur Erinnerung in sein Notizbuch.
„Was reden Sie vom Vergessen? Ich will mich erinnern“, erinnern Sie mich an meinen Auftrag, Ihre Biografie zu verfassen.
„Gut“, erwidere ich. „Dann bringen sie erst einmal Ihr autobiografisches Gedächtnis auf Trab.“
Wenn das so einfach wäre! Unser Gedächtnis ist nun einmal kein Schuhkarton, der mit Karteikarten gefüllt ist. Geben Sie es zu! Schon sehen Sie wie Ihre Finger durch das Register blättern. Unter K finden Sie Kindheit. Vor Ihrem inneren Auge rattert eine Modelleisenbahn, schwingt eine Schaukel, und unversehens liegen Sie bäuchlings am Boden, fliegen durch die Luft. Juhu! Die Gedanken fließen.
Gefühle, heißt es, sind die besten Gedächtnisverstärker. Sie erzeugen Erinnerungsberge, die bis zum Lebensende aus dem Nebel des Vergessens herausragen und sie moderieren jene Momente, in denen wir in die Vergangenheit blicken. Mit jedem Wiedererzählen fügen wir, je nach Gemütsstimmung, etwas mehr Licht oder Kontrast hinzu wie bei einer Digitalfotografie, die wir jedes Mal ein wenig umgestalten, wenn wir sie am Computer betrachten.
Nichts bleibt so wie es war, selbst unsere Erinnerungen nicht, weil wir beim Erzählen unserer Lebensgeschichte neue Erfahrungen machen.
Welcher Art sie sein sollen? Was weiß ich? Aber eines kann ich versprechen: Es wird eine Reise.
Wie ich arbeite
Ich arbeite nach den gängigen Methoden des Biografen.
Sie erzählen. Ich höre Ihnen zu. Ein Aufnahmegerät zeichnet alles auf. Wir arbeiten in Etappen. Sie bestimmen die Themen der Sitzungen, wie zum Beispiel Kindheit, Jugendzeit, Berufsleben oder wir arbeiten ohne eine feste Struktur und Sie assoziieren. Keine Sorge. Im Chaos schlummert die Ordnung nur. Wir werden sie am Ende gemeinsam aufwecken. Das Transkript ihrer Erzählung wird von mir zu einem flüssigen Prosatext umgearbeitet und Ihnen vorgelegt. Sie entscheiden, ob Stil und Form Ihnen entsprechen. Wir werden nicht aufhören, daran zu gestalten, bis Sie es für stimmig befinden. Eine Biografie zu erstellen, ist ein interaktiver Prozess zwischen Erzähler und Schreiber. Das braucht Zeit und Geduld. Am Ende entsteht ein Buch, dessen Gestaltung wir besprechen. Ihre Vorstellungen an Verlag, Druckerei und Buchbinder heranzutragen, wird meine Aufgabe sein. Preisliche Absprachen und Vertragsvereinbarungen treffe ich im persönlichen Gespräch.
Artur Ahnfeldt
"Bei Wind und Wetter unterwegs"
Lebenserinnerungen eines Landbriefträgers im Kreis Segeberg.
Leseprobe hier als PDF laden
"Bei Wind und Wetter unterwegs"
Lebenserinnerungen eines Landbriefträgers im Kreis Segeberg.
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Erzählertreffen vom 28. Februar 2011: Eine Reise nach Ostafrika
Weitere Information zu der Veranstaltung finden Sie im Blog.
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